„Ihr habt mir ermöglicht, hier zur Ruhe zu kommen“

von Judith Weidermann

Karlsruher Hospizwohnung schließt zum 30. November 2017

(jw) Die Karlsruher Hospizwohnung in der Uhlandstraße 45 stellt ihren Dienst nach eineinhalb Jahren Bestehens zum 30. November  2017 ein. „Wir gehen diesen Schritt schweren Herzens, aber auch fachlich gerechtfertigt“, erklären Pfarrer Wolfgang Stoll, Direktor des Diakonischen Werks Karlsruhe und Christine Ettwein-Friehs, Leiterin von Hospiz in Karlsruhe.

Die Karlsruher Hospizwohnung war – als erste bundesweit – im April 2016 eingeweiht und im darauffolgenden August offiziell eröffnet worden. Das Konzept hatte vorgesehen, schwer kranken oder sterbenden Menschen, die nicht mehr zu Hause betreut werden konnten, eine alternative Möglichkeit zum Pflegeheim oder einem stationären Hospiz zu bieten. Insgesamt standen sechs Wohnplätze zur Verfügung. Der tatsächliche Bedarf habe sich allerdings – zumindest innerhalb der bisherigen Projektlaufzeit – als niedriger erwiesen, wodurch die Wohnung nicht ausgelastet werden konnte, erläutert Wolfgang Stoll. Um ein allzu großes finanzielles Defizit zu vermeiden, sei dieser Schritt nun leider notwendig geworden.

Dankbar sei man indes für die reiche Unterstützung, welche die Hospizwohnung zu jeder Zeit von allen Seiten erfahren habe, „sei es in finanzieller Hinsicht durch Spenden und Sponsoren – oder in ideeller Hinsicht etwa durch die Solidarität in der Nachbarschaft, durch die Stadt Karlsruhe sowie die lokalen Medien.“     

„Zehn Menschen haben in den vergangenen Monaten ihre letzte Lebenszeit in der Hospizwohnung verbringen können – in ruhigen, barrierefreien und freundlich gestalteten Räumen, und unter der verlässlichen Anwesenheit von kompetenten Präsenzkräften“ resümiert Christine Ettwein-Friehs. Für diese sei es genau die richtige Umgebung gewesen, in der sie sich hätten wohl fühlen und ein selbstbestimmtes, umfriedetes Leben bis zuletzt hätten führen können. „Ihre dankbaren Rückmeldungen und die ihrer Angehörigen haben uns gezeigt, dass wir – trotz der Hürden, die aktuell noch nicht überwunden werden konnten – auf dem richtigen Weg waren“, betont die Religionspädagogin die Bedeutung des Projekts. 

Träger der Karlsruher Hospizwohnung waren das Diakonische Werk und der Caritasverband Karlsruhe. Finanziell gefördert wurde das Projekt neben Spenden u.a. durch die Stadt Karlsruhe und die Rentenlotterie GlücksSpirale. Für die nun frei werdenden räumlichen Kapazitäten – die Altbauwohnung in der Uhlandstraße 45 war Anfang 2016 aufwändig saniert und barrierefrei sowie für Pflegeeinsatz bedarfsgerecht umgebaut worden – werden nun adäquate alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft.

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