Viele Menschen aus Karlsruhe und der Region verspüren den Wunsch, uns beim Helfen zu helfen, und engagieren sich in besonderer Weise für unsere Institution. Die Gründe für ihre Unterstützung sind vielfältig: Manche Spender sind berührt von den Problemen unserer Klienten, einige durften selbst einmal Hilfe von uns erfahren und andere wiederum agieren aus dem Gefühl der Dankbarkeit heraus. Es geht ihnen selbst gut und sie möchten von ihrem Glück etwas abgeben. Hier erzählen Spenderinnen und Spender, warum und wie sie geholfen haben.
Sie unterstütz(t)en uns auch mit Spenden und möchten davon erzählen? Dann würden wir uns freuen, Ihre Geschichte veröffentlichen zu dürfen.  

Cornelia Eiffler: Meine Zeitspende für das Projekt „Karlsruher Vesperkirche“
Zahlen, nichts als Zahlen … In meinem Job als Abteilungsleiterin der Buchhaltung habe ich in der Hauptsache mit Zahlen zu tun. Alle Projekte finden sich auf meinem Schreibtisch als Zahlenwerke wieder. Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und sehen, wie ein Projekt in Hinblick auf die Finanzierung abgeschlossen hat. Das ist eine meiner Aufgaben.
Als ehrenamtlich Mitarbeitende für die erste Vesperkirche in 2014 gesucht wurden, sah ich darin meine Chance, ein Projekt aus der Anonymität der Zahlen herauszuholen und mal richtig mit anzupacken. Ich habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut und werde auch bei der vierten Vesperkirche 2017 mit dabei sein. Man spendet den Besuchern seine Zeit und bekommt sehr oft dafür ein Lächeln als „Spendenbescheinigung“.


 

Familie Schwab: Konfirmation als Anlass für eine Spende an den Kinderhospizdienst
Hier in der Region ist es üblich, allen die einem Konfirmand etwas zu seiner Konfirmation schenken, ebenfalls eine Kleinigkeit zurück zu schenken. Meist sind dies schön verpackte Teelichter, Teemischungen, selbstgemachte Marmelade oder Pralinen. Alles lieb gemeinte „Rück-Geschenke“; aber warum schenkt man überhaupt etwas zurück? Um mit diesem Brauch nicht ganz zu brechen, haben wir uns entschieden, anstatt vieler kleiner Geschenke lieber an eine gemeinnützige Einrichtung zu spenden.
Kurz vor der Konfirmation wurde Mikas Opa schwer krank. Dadurch kamen wir das erste Mal in Kontakt mit einem Hospizdienst. Als wir uns dann Gedanken machten, an wen wir spenden könnten, hatte Mika die Idee an ein Kinderhospiz zu spenden. Anstatt einem kleinen „Rück-Geschenk“ gab es für jeden eine Dankeskarte, auf der stand, dass Mika an den Kinderhospizdienst Karlsruhe gespendet hat. Die Idee kam bei allen super an. Mit Mikas Spende in Höhe von 150 Euro möchten wir die vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer bei ihrer Arbeit unterstützen. Wir würden uns freuen, wenn sich noch andere Konfirmanden, Kommunionskinder oder Hochzeitspaare für eine Spende an den Kinderhospizdienst entscheiden würden.

 

Solvi Ryder: Renovierungseinsatz von „Serve the City“ im Dienstleistungszentrum
„Serve the City“ ist eine meiner Lieblingsaktionen im Jahr, weil es die Möglichkeit bietet, eine Woche lang Anderen etwas Gutes zu tun und dabei mit den verschiedensten Menschen in Kontakt zu kommen. Im Juni 2015 meldeten wir uns mit einer Gruppe von Freunden für das Projekt „Deckenpaneelen entfernen im Dienstleistungszentrum der Diakonie Karlsruhe“ an, weil einer von uns an der Organisation des Projektes beteiligt war. Das Dienstleistungszentrum sollte in dieser Woche renoviert werden, wozu unter anderem das Entfernen der Deckenpaneelen gehörte.
Nach einer kurzen Einführung in das Dienstleistungszentrum, bekamen wir alle unsere Schutzanzüge, Atemmasken und Handschuhe und dann gingen wir zu fünfzehnt an die Arbeit. Alle Deckenpaneelen sollten entfernt und die darüber liegende Glaswolle herausgezogen werden. Danach wurden die Deckenpaneelen wieder anmontiert. Klingt leicht, ist aber anstrengender als man denkt. Bei der ganzen Arbeit wurde es unter den Schutzanzügen ganz schön warm und das Verteilerzentrum sah nach den ersten entfernten Paneelen plötzlich doch ein bisschen größer aus als am Anfang. Aber mit den richtigen Leuten macht selbst die anstrengendste Arbeit Spaß! Nach circa 4 Stunden Paneelen-Entfernen, gefühlten 100 Müllsäcken voll Glaswolle, vielen Müllzangenkämpfen und Müllwagenfahrten war das Dienstleistungszentrum von der Glaswolle befreit und bereit für die nächste anstehende Streichaktion.
Das Projekt hat allen Spaß gemacht, vor allem weil es ein Gemeinschaftsprojekt war, weil wir uns körperlich austoben konnten und dabei zusätzlich einen kurzen Einblick in die Arbeit der Diakonie Karlsruhe erhielten, die wir dem Projekt unterstützen durften. Ich persönlich würde eine solche Aktion jedem weiterempfehlen, da sie einen zwar körperlich fordert, aber die Zusammenarbeit mit anderen Spaß macht und man am Ende des Tages sieht, was man gemeinsam erreicht hat.

 

Jannik Rosemeyer: Kunstaktion mit Wohnungslosen im Tagestreff „Tür“
Seit Studienbeginn fallen mir immer wieder die Obdachlosen in der Innenstadt auf. Und jedes Mal denke ich mir, dass ich so gerne etwas für sie tun würde, weiß aber nicht was. Als ich von „Serve the City“ hörte und feststellte, dass auf der Internetseite Projekte mit Obdachlosen angeboten werden, war ich sofort begeistert und meldete ich mich für die „Kunstaktion im Tagestreff Tür“ an.
Nach einer kurzen Einführung zu den Materialien und Techniken fingen wir mit dem Batiken von T-Shirts an. Unabhängig davon, ob man es bereits 100 Mal gemacht hat oder blutiger Anfänger ist: Beim Batiken kann man nichts falsch machen und mit wenig Anleitung ein wunderschönes T-Shirt gestalten. Glücklicherweise schien an diesem Tag die Sonne, so dass wir unsere Kunstwerke zum Trocknen aufhängen und am Ende des Projektes mitnehmen konnten.
Da wir alle an einem großen Tisch saßen, kam man auch leicht mit den Wohnungslosen ins Gespräch, die sich begeistert an der Kunstaktion beteiligten. Hoffentlich gibt es im kommenden Jahr ein ähnliches Projekt. Vor dem Projekt war ich mir zwar bewusst, dass sich die Diakonie Karlsruhe sozial engagiert. Jedoch war mir die genaue Ausführung nicht bekannt. Jetzt weiß ich ein Stück mehr, was unter ihre Aufgaben fällt. Auch im nächsten Jahr würde ich mich freuen, wenn wieder ein Projekt in Kooperation mit der Diakonie Karlsruhe stattfindet.

 

Sonja Brauch: Mein Ehrenamt im Kinderhospizdienst
Mein Name ist Sonja Brauch, seit 2013 bin ich Ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kinderhospizdienst in Karlsruhe und begleite seit März 2014 die jetzt 11jährige Deborah und ihre Familie.
Einmal in der Woche komme ich nachmittags zu Deborah und wir gehen zusammen spazieren oder spielen miteinander. Es ist jede Woche schön für mich zu spüren, wie Deborah sich freut, wenn ich komme und ich bin froh Zeit mit Ihr verbringen zu dürfen und ihrer Familie durch meinen Besuch ein paar Freiräume zu ermöglichen. Ganz besonders genießen wir es beide, wenn das Wetter gut ist, Deborahs Mama sie in den Rollstuhl setzt und wir zusammen losziehen um zu schauen, was es von Woche zu Woche im Ort Neues gibt. Ich erzähle Deborah dabei alles Mögliche, was ich so unterwegs bemerke und muss manchmal schmunzeln, wenn ich mir überlege, dass sie vielleicht ab und zu denkt „Ach, sei doch einfach mal ruhig.“
Doch wenn sie mir ein seltenes Lächeln schenkt, macht mich das sehr glücklich und zeigt mir, dass auch sie Spaß an unseren gemeinsamen Ausflügen hat. Wenn wir unterwegs Bekannte treffen und ich mich kurz unterhalte, wird Deborah immer ganz unruhig und ungeduldig und zeigt mir so ganz deutlich „ Hallo, das ist jetzt unsere gemeinsame Zeit, ich will deine Aufmerksamkeit nicht teilen.“
Ab und zu ist auch Deborahs 2 Jahre jüngere Schwester Maren mit von der Partie und wir verbringen den Nachmittag zu dritt. Mit der quirligen Maren erlebe ich nochmal eine ganz andere Seite in der Begleitung und es ist für mich sehr wichtig, so auch die Erfahrungen und Erlebnisse von ihr als Geschwisterkind zu sehen. Die Schwestern waren auch schon bei mir zu Hause und ich freue mich riesig, wenn ich erlebe wieviel Gedanken sich Maren darüber macht und wieviel Spaß sie dabei hat, meinen Katzen ein Spielzeug zu basteln. Die Erfahrung „ meiner“ Familie durch meine Begleitung von Deborah etwas Positives geben zu können, gibt auch mir ganz viel Positives für mich persönlich zurück. Ich bin froh die Familie jetzt schon über 2 Jahre zu begleiten und freue mich jede Woche neu, wenn ich bei Ihnen sein darf.

 

Bruno Wenz: Meine Zeitspende für das „Café Dia“
Als ich von dem Vorhaben hörte, dass ein Café in der „Vesperkirche“ gegründet werden soll, dachte ich: „Das ist etwas für dich.“ Nach kurzen Gesprächen mit der Projektleiterin Lara Pflaumbaum war mir klar, dass ich mithelfen möchte. Ich erachte dieses Projekt als sinnvoll, weil hier der Erfolg der Vesperkirche auf die nächste Stufe gestellt wird.
Man hat erkannt, dass ein solches Café für viele Menschen Anlaufstelle sein kann, in der sie sich mit anderen austauschen oder aber auch nur für sich innere Ruhe finden können. Es ist, wie in der Vesperkirche, ein Geben und Nehmen. Sowohl von den Gästen, als auch von den vielen freiwilligen Helfern, die sich hier auf Augenhöhe begegnen. Es freut mich einfach, von einigen Vesperkirchen-Besuchern wiedererkannt zu werden, und ich finde es spannend und interessant, wie das Zusammenspiel zwischen dem Café DIA und dem Brennpunkt Südstadt/Werderplatz funktionieren wird. Deshalb, weil ich das Café DIA direkt am Werderplatz als Einladung sehe.
Die letzten Erfahrungen vor Ort im Café DIA und als Mitglied in der Planungsgruppe haben mir das Gefühl gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Erwähnen möchte ich noch eine zufällige Begegnung mit Dieter und seinem Hund (Gäste der Vesperkirche). Als er uns gesehen hat, kam er auf uns zu, hat uns freudig begrüßt und gesagt: „Mittwoch ist Café DIA, ich bin da.“ Schön, hab ich gedacht.
Zeit, die ich gerne spende …