Eine neue Form von Kirche in der Südstadt

von Luise Winter

Partner unterzeichneten Kooperationsvereinbarung für das Sozialdiakonische Zentrum „Luise 53“

Kooperationsvereinbarung Sozialdiakonisches Zentrum Suedstadt

Karlsruhe – 05.07.2019. Schon seit längerem war Stück für Stück eine enge Verbindung zwischen dem Diakonischen Werk Karlsruhe, der Johannis-Paulus-Gemeinde am Werderplatz und dem Evangelischen Jugendwerk Karlsruhe gewachsen. Seit Anfang Juni ist es nun auch „amtlich“ – Direktor Wolfgang Stoll (Diakonisches Werk Karlsruhe), Stefanie Hügin (Evangelisches Jugendwerk Karlsruhe) und Pfarrerin Lara Pflaumbaum (Johannis-Paulus-Gemeinde) unterzeichneten offiziell eine Kooperationsvereinbarung, die die Ziele des Sozialdiakonischen Zentrums „Luise 53“ in der Südstadt formuliert.

Mit dem Einzug des Evangelischen Jugendwerkes in die Räumlichkeiten der Johannis-Paulus-Gemeinde hatte vor mehr als 20 Jahren die erfolgreiche Zusammenarbeit für den sozialen Brennpunkt „Südstadt“ begonnen. Die Gemeinde gewann in der Gegend rund um den Werderplatz an Bedeutung – als Anlaufstelle für Menschen in Notlagen aller Art. In diesem Zuge begann 2004 die Kooperation der Gemeinde mit dem Diakonischen Werk Karlsruhe – dieses gründete damals den Fachbereich „Streetwork“. Durch die gemeinsamen Projekte „Vesperkirche“ und „Café DIA“ intensivierte sich die Bindung zwischen Gemeinde und Diakonie vor nun mehr als sieben Jahren erneut.

In den letzten Jahren wuchs auch die Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk Karlsruhe und dem Evangelischen Jugendwerk Karlsruhe. Für das traditionsreiche „Waldheim“, eine Tagesfreizeit für Kinder in den Sommerferien im Hardtwald, gewann das Diakonische Werk Karlsruhe vor drei Jahren das Jugendwerk als Kooperationspartner. Im letzten Jahr entstand das gemeinsame Projekt „Jugend und Diakonie“.

Direktor Wolfgang Stoll erklärt: „So hat sich im Lauf der Zeit durch das gemeinsame Interesse für das Wohl unserer Stadt eine enge Kooperation der drei Partner entwickelt. Das Ziel für unser Sozialdiakonisches Zentrum in der Luisenstraße 53 besteht darin, die Menschen in Karlsruhe quasi schon vor ihrer Geburt und bis ins Erwachsenenalter auf ihrem Weg zu begleiten. Das alles soll nicht im luftleeren Raum entstehen, sondern auf der Basis der christlichen Werte. Dabei wollen wir unsere Kompetenzen und Ressourcen noch mehr bündeln und vernetzen.“

Pfarrerin Lara Pflaumbaum freut sich schon auf die intensivierte Zusammenarbeit: „Wir als Gemeinde begrüßen die zusätzliche Unterstützung, die wir durch unsere neuen und alten Nachbarn erhalten werden. Wir alle tun bereits alles, was wir können, um das Quartier voranzubringen. Es entstehen hier schon jetzt ganz neue Formen von Gemeinschaft und damit auch von Kirche. Mit dem Sozialdiakonischen Zentrum werden wir das endlich unter einem gemeinsamen Dach tun können.“

„Wir hoffen sehr, dass die Umbauarbeiten in der Luisenstraße bald beginnen – die Räumlichkeiten stehen im Moment leer, denn sie müssen dringend saniert und barrierefrei umgebaut werden – und wir zeitnah ‚zusammenziehen‘ können“, bestätigt Stefanie Hügin. „Je näher wir auch örtlich zusammenarbeiten, desto leichter können wir gemeinsam neue Konzepte für ein gutes Miteinander im ‚Quartier Südstadt‘ entwickeln. Die Schwerpunkte des nun geplanten Zentrums sind Kinder, Familie und Soziale Arbeit, die dann auch über die Südstadt hinaus wirken und wahrgenommen werden sollen. So wird zum Beispiel der Bereich „Kinder und Familie“ und Fachbereiche der Sozialen Arbeit des Diakonischen Werkes Karlsruhe in die neuen Räumlichkeiten einziehen. Es wird jedoch auch Angebote im Bereich „Betreutes Wohnen“ geben.“ Die Nutzung der Räumlichkeiten werde sich auch aus dem aktuellen Bedarf ergeben, so Hügin.

Thomas Schalla fasst die Bedeutung des Projektes zusammen: „Für die Evangelische Kirche in unserer Stadt ist es wichtig, dass unterschiedliche Formen christlichen Lebens sichtbar sind. Das Sozialdiakonische Zentrum Luise 53 ist ein Leuchtturm kirchlicher Arbeit in Karlsruhe. Für die Menschen im Quartier und exemplarisch für die ganze evangelische Kirche gehen diakonische, spirituelle, pädagogische und gemeindliche Dimensionen kirchlichen Lebens eine enge Verbindung ein. Es entsteht dadurch ein Ort, in dem junge und alte, reiche und arme Menschen gemeinsam Hoffnung schöpfen können.“ (Text: Diakonisches Werk Karlsruhe/lw)

Im Bild (von links nach rechts): Direktor Wolfgang Stoll (Diakonisches Werk Karlsruhe), Stefanie Hügin (Evangelisches Jugendwerk Karlsruhe) und Pfarrerin Lara Pflaumbaum (Johannis-Paulus-Gemeinde) freuen sich sichtlich, dass die Zusammenarbeit nun auch offiziell vereinbart ist (Bild: Diakonisches Werk Karlsruhe).

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